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16. September 2013

Großes Interesse an „Arme Roma – Böse Zigeuner: Was an den Vorurteilen über die Zuwanderer stimmt“

Das Thema kommt an: „Arme Roma – Böse Zigeuner – Was an den Vorurteilen über die Zuwanderer stimmt“ lautet der Titel des Buchs von Norbert Mappes-Niediek. Der Journalist und Buchautor stellte jetzt seine Erkenntnisse in Dortmund vor. Auslandsgesellschaft und Planerladen hatten dazu ins Dietrich-Keuning-Haus eingeladen. Das Besucherinteresse war riesig: So groß, dass ein weiterer Raum hinzugenommen werden musste, weil mehr als 100 Interessierte kamen.

Mappes-Niediek versuchte, Licht ins Dunkel und den Dschungel aus Vorurteilen zu bringen. Denn die Armutszuwanderung ist gerade in der Nordstadt ein Thema. Vor allem die Roma werden dann genannt, die aus Rumänien und Bulgarien gekommen sind. „Roma“ – früher als „Zigeuner“ bezeichnet. Der Begriff schürt Ängste: „Wenn es das Wort Roma nicht gäbe, was wäre anders? Wir würden einfach von Armen sprechen“, betonte der Autor.

Die „Mittelschicht“ der Roma kommt nach Dortmund

Doch wer sind „die“ Roma? Drei verschiedene Gruppen hat der Autor identifiziert: Assimilierte Roma, die sich von der Mehrheitsgesellschaft in den jeweiligen Heimatländern nicht unterscheiden, die Mittelschicht und die ganz Armen, die überwiegend in kleinen Dörfern leben.

Doch welche Menschen stehen auf dem sogenannten „Schwarzarbeiterstrich“ in der Mallinckrodtstraße? „Die Mittelschicht“, lautete die überraschende Antwort des Südosteuropa-Korrespondenten. Allerdings habe diese Mittelschicht nichts mit der Schicht zu tun, die wir in Deutschland kennen. Der Unterschied ist, dass die ganz armen Roma nicht kommen. „Sie wandern nicht. Ihr Horizont endet am Dorfrand“, so Mappes-Niediek. Manche lebten sogar noch als Jäger und Sammler in Wäldern.

Einführung der Marktwirtschaft machte nach 1990 fast alle Roma arbeitslos

Wieso kommen sie nach Deutschland? Die Antwort ist verblüffend einfach: In ihrer Heimat sind sie fast alle arbeitslos. Das war nicht immer so: „Bis 1990 hatten sie alle Erwerbsbiographien“, erläuterte der Gast. Doch mit dem Übergang zur Marktwirtschaft fielen beispielsweise in Rumänien mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze weg: Es gab dort 1990 noch 8,4 Millionen Arbeitsplätze. Heute gibt es in Rumänien nur noch vier Millionen. Die einfachen Jobs fielen als erstes weg. Es waren die schlecht ausgebildeten Arbeiter, die als erstes arbeitslos wurden. Dazu gehörten vor allem auch Roma. Seit dem habe sich ihr Leben drastisch verändert: „Puzzle-Existenzen“ nennt der Autor ihr Schicksal.

Fortsetzung des Artikels: nordstadtblogger.de

Der Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der Nordstadtblogger veröffentlicht.