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19. April 2013

Workshop des Planerladen: Experten erörtern die Diskriminierung von Migranten im Wohnbereich

Die Experten sind bei der Ganztagesveranstaltung im Dortmunder Rathaus der Frage nachgegangen, wie das Instrument der Freiwilligen Selbstverpflichtungen der Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt entgegenwirken kann.

Foto: Andreas Endemann

Unter dem Titel "Freiwillige Selbstverpflichtungen im Sinne des Nationalen Integrationsplans" haben sich heute rund 30 Experten aus den Bereichen Integrationspolitik, Wohnungsmarkt, Stadtentwicklung, Verwaltung sowie Wissenschaft in Dortmund eingefunden.

Das Instrument der Freiwilligen Selbstverpflichtungen gegen Diskriminierung von Migranten auf dem Wohnungsmarkt einsetzen

Gründe für die Erarbeitung neuer Lösungen und Maßnahmen auf einem derartigen Workshop gibt es viele: In Deutschland lebende Migranten erfahren nach wie vor Ungleichbehandlung auf dem Wohnungsmarkt Zwar überlagern sich oftmals Diskriminierung und Probleme aufgrund der schlechteren Einkommenssituation von Migranten, dennoch ist der Aspekt der Diskriminierung nicht von der Hand zu weisen und verstärkt die ohnehin vorhandenen strukturellen Schwierigkeiten von Migranten auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt.

Um unter anderem diesen Ungleichbehandlungen entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung vor sechs Jahren den Nationalen Integrationsplan verabschiedet, der sich neben anderen Handlungsfeldern der „Integration vor Ort“ und damit auch dem Thema „Wohnen und Wohnumfeld im Quartier“ widmet. Der Nationale Integrationsplan („Neue Wege – Neue Chancen“) arbeitet erstmals mit dem Instrument von Freiwilligen Selbstverpflichtungen, um den Herausforderungen der Integration in den verschiedenen Handlungsfeldern Rechnung zu tragen. Der Bund, die Länder, die Kommunen, nichtstaatliche Institutionen und Organisationen sowie die Privatwirtschaft haben solche Selbstverpflichtungen für sich formuliert.

Der Workshop des Planerladen e.V.

Mit Blick auf die im Themenfeld Wohnen in weiten Bereichen noch ausstehende Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes bildeten die Verständigung über Diversity- und Antidiskriminierungs-Strategien sowie über diesbezügliche konkrete und gemeinsame Schritte und Projekte im Sinne von Freiwilligen Selbstverpflichtungen den Schwerpunkt des Workshops. Angesprochen waren vor allem institutionelle Akteure aus diesem Bereich, die bislang nur in äußerst geringem Maße durch das Instrument der Freiwilligen Selbstverpflichtungen erreicht werden konnten.
Die zentrale Frage dabei lautete: Welchen Beitrag können Freiwillige Selbstverpflichtungen in der Wohnungswirtschaft dazu liefern? Best-practice-Beispiele zu Selbstverpflichtungen wurden erörtert und diejenigen Handlungsfelder diskutiert, die Gegenstand von Selbstverpflichtungen sein können, sowie die Frage nach den Hauptakteuren und Kooperationspartnern gestellt.
In der Nachbereitung des Workshops erstellt der Planerladen e.V. nun eine ausführliche Dokumentation über die Ergebnisse der Veranstaltung (inkl. möglicher Selbstverspflichtungen), die so in den Fachdiskurs eingespeist werden können.

Inhaltliche Impulsreferate hielten Herr Timo Heyn (empirica AG, Bonn) über Städtebauliche Strategien und Handlungsansätze zur Förderung der Integration sowie Herr Dr. Norbert Gestring (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg) über Integrations- und Ausgrenzungsprozesse bei türkischen Migranten der zweiten Generation. Diese beiden Inputs wurden aus der Sicht der Wohnungswirtschaft von Frau Roswitha Sinz (vdw Rheinland-Westfalen) sowie von Herrn Dr. Andreas Kapphan kommentiert. Anschließend führte Prof. Dr. Reiner Staubach in die Arbeitssessions ein.
Moderiert wurde der Workshop von Heike Hanhörster (Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung) und Dr. Bettina Reimann (Deutsches Institut für Urbanistik).

Die von der Integrationsagentur des Planerladen e.V. organisierte Veranstaltung ist aus Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Migrations- und Integrationsagentur (MIA-DO) der Stadt Dortmund im Rahmen des „Masterplans Integration“ gefördert.