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2. Mai 2011

„Richtig streiten will gelernt sein!“ – Stadtteilmediation in der Nordstadt

Das interkulturelle Konfliktmanagement des Planerladen e.V. lud ein zum „Tag der offenen Tür“

Der Planerladen e.V. bot am 2. Mai ab 14:00 Uhr den verschiedenen Akteuren in der Nordstadt, wie auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die Möglichkeit, sich über das jüngst gestartete Projekt „Richtig streiten will gelernt sein!“ zu informieren.

Den Auftakt bildete die Begrüßung der Gäste durch den Vorstand des Planerladen e.V. (vertreten durch Herrn Prof. Dr. Reiner Staubach) und den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund (Herrn Ullrich Sierau) Dabei wurde das Team und das Projekt vorgestellt.

Im Anschluss daran philosophierte der selbsternannte „König vom Borsigplatz“ Ilhan Atasoy über den Alltag in der Nordstadt und seine Erfahrungen als Kabarettist.

Bis etwa 17:00 Uhr gab das Team Gelegenheit, sich in geselliger Atmosphäre zu Getränken und internationaler Kost, auszutauschen und auch Fragen und Anregungen für die Arbeit aufzunehmen. 

Bereits mit seinen Vorgängerprojekten konnte der Planerladen e.V. aufzeigen, welchen Beitrag die konstruktive Konfliktbearbeitung zur Sicherung des sozialen Friedens in der Nordstadt leisten kann. Hier zeigte sich aber auch, dass insbesondere die Nachfrage durch Bewohner aus sog. Drittstaaten (v.a. Türkei und Marokko) nach einer moderierenden Instanz sehr hoch ist.

In 2008 wurde seitens der Stadt Dortmund im Rahmen des Aktionsplans Soziale Stadt in den Aktionsräumen Workshops mit Akteuren und Bewohnern durchgeführt, um Bedarfe und Projektideen zu ermitteln. In allen drei Quartieren in der Nordstadt wurde das Projekt „interkulturelle Konfliktvermittlung“ mit großem Abstand als erste Priorität eingestuft. Schließlich bekam das schlüssige Konzept vom Planerladen e.V. vom BAMF die Anerkennung und wurde in 2010 unter 250 Anträgen für eine Förderung ausgewählt.

Am 1. Februar 2011 ist das aktuelle Projekt unter dem Motto „Richtig streiten will gelernt sein!“ gestartet, um den Dialog und das Miteinander innerhalb der interkulturellen Bewohnerschaft in der Nordstadt zu verbessern. Im Rahmen des Projektes werden Konfliktkonstellationen zwischen Bewohnern als Nachbarn, Mieter und Eigentümer aufgegriffen und bearbeitet. Alle Konfliktbeteiligten werden mit ihren Ressourcen für die konstruktive Konfliktbearbeitung aktiviert. Darüber hinaus wollen die Konfliktmanager des Planerladen e.V. interessierte Bürger als Multiplikatoren gewinnen, damit sie die Projektphilosophie in ihre eigenen sozialen Netzwerke hineintragen können.

Im Mittelpunkt steht dabei die Integration von Drittstaatsangehörigen, also Menschen von außerhalb der Europäischen Union. Das Projekt zielt darauf ab, die Integrationsbereitschaft auf beiden Seiten zu fördern und damit ihre Aufnahme in die deutsche Gesellschaft zu beschleunigen.

Konflikte entstehen, wenn konkurrierende Interessen aufeinander treffen. Erfahrungsgemäß erhalten sie eine besondere Dramatik, wenn sie aufgrund kultureller und sozialer Unterschiede zusätzlich aufgeladen werden. Die Möglichkeiten behördlicher Maßnahmen sind bei niederschwelligen Streitigkeiten meistens nicht nur beschränkt, sondern führen zudem zu einer unnötigen Zuspitzung. Befriedungsversuche – oder gar die Strategie der Konfliktvermei­dung – haben hingegen oftmals zum Ergebnis, dass sich die Artikulations­stärkeren für ihre Interessen Gehör verschaffen und sich auf das Gewohnheits­recht berufen.

Daher spüren die Konfliktmanager Konflikte auf, bevor sie ausufern und ermöglichen den Konfliktparteien eigene Lösungen zu finden. Damit Auseinandersetzungen und Interessenunterschiede z.B. bei der Nutzung der knappen Freiräume (Parks, Grünflächen, Straßen und Plätze) nicht eskalieren, zeigen sie Möglichkeiten zum sinnvollen Umgang auf und unterstützen die Bewohner darin, langfristig tragfähige und nachhaltige Lösungen zu finden. Das Ziel ist eine Situation, in der alle gewinnen: Sowohl die Konfliktparteien, als auch der Stadtteil – weil sich eine friedliche Konfliktaustragungskultur einbürgert, bei der man Probleme miteinan­der löst.

Mit der Eröffnung eines Büros als Anlauf- und Beratungsstelle und dem Aufbau von flächenhaften Netzwerken der Konfliktbearbeitung kann das Eskalations­risiko sozialer und ethnischer Konflikte vermindert werden. Ein interkulturelles Team steht für das Projekt zur Verfügung.

Als erste Maßnahme werden seit März den Schüler/innen der Lessing- und Libellen-Grundschule einmal die Woche Sozialkompetenztrainings angeboten. Sie erhalten so bereits die Möglichkeit, Interessen und Wünsche auszudrücken, lernen Konflikte gewaltfrei zu lösen und tauschen eigene Erfahrungen aus.

Das Mediationsbüro in der Schützenstraße 42 ist Montag bis Freitag von 9.00 Uhr – 17.30 Uhr geöffnet. Tel.: 0231 – 8820700 /  Email: konflikt@planerladen.de