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16. Juni 2009

BAMF-Studie beleuchtet die Thematik „Wohnen und innerstädtische Segregation von Migranten in Deutschland“

Die Studie belegt, dass die Wohnungsausstattung keine großen Unterschiede mehr aufweist, aber Migrantenhaushalte bilden weniger häufig Eigentum, wohnen beengter, müssen mehr Miete aufbringen und leben häufiger in Sozialwohnungen. Dabei lautet das Ziel der Integration im Wohnbereich doch Angleichung der Wohnbedingungen der Zuwanderer an die der Bevölkerungsgruppe ohne Migrationshintergrund.

In der Realität zeigt sich bei dieser Betrachtung, wie die Studie zeigt, jedoch ein ambivalentes Bild. Die subjektive Bewertung der Migranten bringt auch zum Ausdruck, dass ihre Wohnbedingungen im Vergleich zu der Situation der Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte schlechter sind. Der Blickwinkel hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Während in den Jahren der Gastarbeiterzuwanderung von einem temporären Aufenthalt in Deutschland ausgegangen wurde, sehen viele Migranten ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland und haben daher auch gestiegene Wohnansprüche.

Im vierten Teil der Reihe „Integrationsreport“ der Forschungsgruppe des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wird die Wohnsituation von Migranten – im Vergleich zur deutschen Bevölkerung – anhand unterschiedlicher Indikatoren (u. a. Wohnungsgröße, Wohnungsausstattung, Bildung von Wohneigentum, Zufriedenheit mit den Wohnverhältnissen) dargestellt. Diese Beobachtungen basieren auf Mikrozensus-Daten und dem Sozio-Ökonomischen Panel. Daneben beleuchtet die Studie die innerstädtische Segregation u.a. anhand der Ergebnisse empirischer Untersuchungen in Deutschland, d.h. sie geht der Frage nach, wie konzentriert Zuwanderer in Deutschland in bestimmten Quartieren wohnen und wie sich das auf den Integrationsprozess auswirkt.

In Deutschland leben Migranten überwiegend in multiethnischen Zuwanderervierteln, die nicht nur von einer Migrantengruppe geprägt sind. – Problematischer wird jedoch der Zusammenhang von ethnischen und sozialen Segregationsprozessen gesehen. Gerade soziale Entmischung der Stadtteile wirkt sich auf Integrationsfragen negativ aus, da sich in diesen Quartieren sozioökonomisch schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen verschiedener Herkunft mit schwierigen Lebensumständen konzentrieren. – Im internationalen Vergleich wird die ethnische Strukturierung von Wohnvierteln in deutschen Städten als weniger problematisch eingeschätzt, da die ethnische Segregation niedriger ist. Jedoch sind zwischen den einzelnen Zuwanderergruppen deutliche Unterschiede auszumachen.